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Ein langer Weg

Seit Februar sind sie Spieler unserer Jugend, die drei Jungs aus Afghanistan, Ahmad, Omid und  Hussein. Sie kamen im Alter von 17 Jahren nach Deutschland, allein, ohne ihre Eltern. Als sogenannte „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ wurden sie mit einem vierten Afghanischen Jungen in einer Wohnung in Sinsen untergebracht. Die „Jungs-WG“ funktioniert: Ahmad und Omid kaufen ein und kochen, die anderen beiden spülen uns räumen auf. Sie müssen auf eigenen Beinen stehen, nur ab und zu betreut durch Sozialarbeiterin Julia. Mir erscheint das schwierig, aber sie klagen nicht darüber.

Sie erzählen mir ihre Geschichte.

Seit zwei Monaten gehen die drei nun zur Schule, und sie sind dankbar und gehen gern. Sie lernen Deutsch und Englisch, aber auch Mathe und Sport. Dass sie erst nach 6 Monaten in Deutschland überhaupt einen Deutschkurs bekommen haben, finde ich skandalös. Die drei nehmen es hin. Kein Klagen, kein Jammern. Sie sind dankbar.

Ahmad spricht von den dreien am besten Deutsch. Noch nicht gut, aber er gibt sich große Mühe, dass ich ihn verstehe.

Ahmad kommt aus Mazar-e Sharif, der viertgrößten Stadt Afghanistans. Trotz der 267.000 Einwohner kommt Ahmad seine neue Heimat Marl viel größer vor. Hier in Deutschland ist offensichtlich alles viel strukturierter. Das Leben dort ist unruhig und unsicher. Bewaffnete Aufstände gehören zum Alltag. Ahmad lebte hier mit seinen Eltern, Brüdern und zwei Schwestern. Auf meine Frage, ob er dort noch zur Schule gegangen sei, lacht er. Er habe gearbeitet, seit er neun ist. Davor sei er 3 Jahre zu Schule gegangen. In Afghanistan gehe niemand lange zur Schule. Man arbeite dort regelmäßig schon mit 9 oder 10 Jahren. Ich bin platt. Man helfe im Geschäft von Eltern oder Verwandten, das ist ganz normal. Er habe als Mechaniker gearbeitet, habe Autos repariert. Natürlich ohne so etwas wie eine Lehrzeit. Er würde auch gern hier wieder arbeiten, als Mechaniker; etwas zu tun ist ihm wichtig. Aber das geht ja nicht so einfach.

Omid ist ein Jahr länger zur Schule gegangen und hat danach seinem Vater bei der Arbeit geholfen. Sein Vater hat Lebensmittel verkauft. Ich frage, ob er einen Laden hat oder einen Marktstand. Omid und Ahmad lachen wieder und erklären mir, dass es das, was wir „Laden“ nennen, in Afghanistan nicht gibt. Nicht einmal in Mazar-e Sharif. Offenbar stellt man einfach einen Tisch vor sein Haus auf die Straße oder in eine Halle und bietet seine Waren an. Omid hat 7 Geschwister.

Hussein hat gar keine Schule besucht, und auch das ist nicht ungewöhnlich in Afghanistan. Sein Vater war alt und krank. Hussein hustet und fasst sich an die Brust, um mir zu zeigen, woran sein Vater litt. Sein Vater ist daran gestorben und hinterließ seine Frau und mit Hussein 6 Kinder. Hussein hatte keine Arbeit, sein älterer Bruder versorgte die Familie so gut er konnte.

Alle drei zogen los im Sommer 2015, Richtung Deutschland und allein. Warum nach Deutschland, frage ist. Im Afghanistan, so sagt Ahmad, haben sie gesagt, alle deutschen Menschen sind gut. Im Irak und in der Türkei seien viele böse Menschen. Auch er selbst hat das so erlebt, die Bösen unterwegs und die Guten hier. Warum allein? Ganz einfach: weil eine solche Reise Mut und Kraft erfordert. Mut und Kraft, die die Eltern der Jungs nicht haben. Und weil die Flucht Geld kostet. Geld, das eine Familie nur für einen Sohn zusammenkratzen kann. Die anderen müssen dort bleiben.

Ahmads Reise startete mit dem Auto. Menschen dort, die ein Auto besitzen und das große Geschäft wittern, bieten sich als Fahrdienst an. Mit einem solchen Transfer fuhr Ahmad von Mazar-e Sharif bis in den Iran. Ich stelle mir einen Van vor, mit einem Fahrer und 4 Flüchtlingen drin. Bis Ahmad auf meinen Kleinwagen zeigt und mir erklärt, so ein Wagen sei es gewesen, und darin haben 15 Mann gesessen. 4 im Kofferraum, 8 auf dem Rücksitz und 3 vorne. Ich überlege, wie das geht. Es sei auch vorgekommen, so habe er gehört, dass man an einen Fahrer gerät, der abkassiert und die ganze Ladung Menschen auf halber Strecke herauswirft. Solche Dinge passieren. Er habe nur wenig Geld dabei gehabt, konnte sich nur etwas Obst und Brot und Wasser, und hier und da einen Auto-Transfer. Vom Iran bis in die Türkei ist er viel gelaufen, 10-14 Stunden am Tag. Übernachten musste man, wo man grad war. Auf einem Feld, mal in der Wüste, mal in einem Wald, ohne Jacke und Schal, nur mit den Sachen, die man schon seit Tagen an hatte. Einmal mussten sie 4 Tage und Nächte im Wald verbringen, jeder nur mit etwas Biscuit und zwei Flaschen Wasser ausgerüstet.  In der Türkei hat er dann Omid und Hussein kennengelernt, in einer Art „Wartehalle“ an der Grenze. Ihre Wege dorthin waren dem von Ahmad ähnlich. Dort wurden die Flüchtlinge, so habe ich Ahmad verstanden, festgehalten bis ihre Familie Geld überwiesen hat. Das ist dort gängige Praxis. Sobald das Geld eingetroffen war, wurde man weitergelassen. Solche „Maut-Stationen“ gab es wohl mehrmals unterwegs. Seine Familie hat, so sagt Ahmad, für seine Flucht 8000 Dollar ausgegeben. Bei Hussein waren es 5000 Dollar.

Die nächste Station der drei hieß Istanbul. Omid zeigt mir Fotos auf seinem Handy. Istanbul… Ich denke an Sonne, Urlaub und Shopping. Für die drei war es eine von vielen Stationen der Flucht. Mit dem Zug ging es nach Serbien, dann vorwiegend zu Fuß weiter bis nach Ungarn. In Ungarn waren die Menschen hilfsbereiter, berichten die drei. Dort haben sie Äpfel vom Baum gegessen, freuen die Jungs sich. Über Österreich sind sie schließlich nach München gekommen. 50 Tage habe seine Flucht gedauert, insgesamt. In München hat die Polizei sie dann aufgegriffen und sie wurden in eine Notunterkunft in Gelsenkirchen gebracht. Von dort kamen sie dann nach Marl.

Seit 10 Monaten sind Ahmad, Omid und Hussein nun hier. Er ist glücklich, sagt Ahmad, und die anderen nicken und strahlen. In Deutschland sind gute Menschen sagt er, „so wie Julia (die Sozialarbeiterin), und so wie du, und wie Marcus“.

Ich hatte die drei angesprochen, damals, als sie mit einem alten Ball zur Bezirkssportanlage kamen. Wir konnten uns kaum verständigen, aber es hat dazu gereicht, sie zum Training der B-Jugend in der Folgewoche zu bestellen. Seitdem waren sie bei jedem Training und das Sport treiben und das Dazugehören ist ihnen unerhört wichtig. Nach dem Training helfen sie, wenn ich sie bitte, und räumen Getränke im Vereinsheim ein oder streichen Bänke am Sportplatz. Die drei sind immer hilfsbereit, freundlich und höflich und ein echter Gewinn für unseren Verein.

Als ich die drei damals ansprach, wusste ich nicht, wie viel ich damit für sie tue. Manchmal ist es ganz einfach, jemanden glücklich zu machen.

 

Unabsteigbar

Unsere beiden Senioren-Mannschaften haben es geschafft. Wir haben mächtig gezittert in den letzten Wochen, aber nun ist es amtlich: die erste und zweite Mannschaft konnten den Klassenerhalt sichern.

Aus der ersten Mannschaft wurden Yannick Goecke, Mustafa Dana und Sören Luppatsch verabschiedet, die den Verein wechseln. Weiterhin David Piorunek, der nach seiner schweren Knieverletzung seine Tätigkeit in den Bereich der Vorstandsarbeit verlegt. Weiterhin wird Maik Kuzaj aus Zeitgründen nicht mehr bei der Mannschaft sein.

Danke an euch alle!

 

Aktivitäten der Turnabteilung

Schon vor einigen Wochen fand ein Event unserer Kinder-Turnabteilung statt. Kinder der Turnabteilung nahmen ebenso teil wie Kinder der Sinsener Kindergärten und der OGS.

In der Bildergalerie Turnen findet ihr zahlreiche Fotos.

 

 

 

 

Integration beim TuS 05

B-Jugend nimmt fünf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf

Sozialarbeiterin Julia Berns vom LWL Jugendhilfezentrum  konnte es kaum glauben, als Simone Fischer, stellvertretende Vorsitzende des TuS 05 Sinsen, Kontakt zu ihr aufnahm. Julia Berns betreut eine Reihe sogenannter „unbegleiteter minderjährige Flüchtlinge“, Teenager, die ohne Eltern aus den verschiedenen Krisengebieten der Welt nach Deutschland geflüchtet sind. Schon in mehreren Sportvereinen hatte sie versucht, die 16- bis 18jährigen unterzubringen, aber auf offene Arme traf sie bisher nicht. Umso erstaunter war Frau Berns, als der TuS 05 Sinsen von sich aus auf sie zukam. Vier Jugendliche aus einer Sinsener Wohngruppe hatten auf der Bezirkssportanlage gekickt.

„Ich habe sie einfach angesprochen“, so Simone Fischer, deren Aufgabe im TuS 05 Sinsen vornehmlich die Jugendarbeit ist. Berührungsängste gab es von beiden Seiten nicht. „Die vier Jungs sind gleich auf mich zu gekommen. Die Kommunikation war noch schwierig, etwas Deutsch, etwas Englisch, aber es hat dazu gereicht, die Jungs zum B-Jugend-Training einzuladen und die Telefonnummer ihrer Sozialarbeiterin zu erhalten. „Die Freunde bei den Jungs war groß“, konnte Julia Berns berichten. „Anschluss an einen Verein gefunden zu haben ist für die Jungs sehr förderlich. Drei Jungs trainieren zwei Mal die Woche mit, der vierte schaut zu. Fußball ist nicht sein Ding. Er hat in seiner Heimat Cricket gespielt. Sie haben Beschäftigung und lernen so auch besser die deutsche Sprache. Alle diese Jungs sind sehr bemüht, zu lernen und sich anzupassen, doch stellt es nach wie vor eine Herausforderung für die Sozialarbeiter dar, Deutschkurse für die Jungs zu finden. Das Angebot ist noch viel zu gering.“

Trainer Daniel Oke fühlt sich der Herausforderung „Integration“ gewachsen. Die Verständigung ist noch holprig, aber Fußball ist halt multi-kulti.

Zwischenzeitlich haben sich durch die Vermittlung der Sozialarbeiterinnen zwei weitere minderjährige Flüchtlinge dem TuS 05 angeschlossen. Insgesamt trainieren somit nun 4 afghanische und 1 pakistanischer Jugendlicher auf der Bezirkssportanlage.

Glückwunsch dem Stadtmeister!

Nach einer Wasserschlacht im Endspiel wurden Sinsen I nach einem Jahr Pause erneut Stadtmeister.

Nachlese zum Traditionsturnier

Am Samstag haben sich 50 alte Freunde wieder in die Arme geschlossen. Auf vielfachen Wunsch werden wir im Jahr 2016 das Traditionsturnier mit weiteren Mannschaften neu auflegen.

Fotos findet ihr in einer Bildergalerie.

Da am Samstag andere Dinge wichtiger waren, haben wir versäumt, die Adressen, Telefonnummern und Email-Adressen der Teilnehmer aufzulisten. Ich bitte euch, eure Daten an tus05sinsen@versanet.de zu senden, damit wir euch im nächsten Jahr ohne Umwege erreichen!

 

Ü50 ist Pokalsieger

Am letzten Wochenende schickten sich mit den Altherren-Teams des FC Marl Ü32 und der SG TuS 05 Sinsen/VfB Hüls Ü50 gleich zwei heimische Teams an, durch einen Finalsieg den Kreispokal 2015 nach Marl zu holen. 
Dieses Vorhaben scheiterte beim FC Marl Ü32 aber eher kläglich. Eine großartig aufspielende Eintracht aus Datteln düpierte die Oldies von der Hagenstraße mit 9:1 (4:0).
 
Jubeln durfte unterdessen der Titelverteidiger SG TuS 05 Sinsen / VfB Hüls in der Klasse Ü50. Beim ersten offiziellen Match auf dem neuen Kunstrasen machte die Koalition kurzen Prozess mit der SG Deuten-Reken. Über ein 2:0 zur Pause (Manni Möller / 4. und Thomas Lorenz 32.) wurde die Überlegenheit der Platzherren im zweiten Spielabschnitt immer deutlicher. "Capitano" Jürgen Greiner (37.), Friedel Hartmann (44.), Manni Möller (55.), Wolfgang Heisterkamp (58.), Christoph Schay (62.) und Andreas Hacket (67.) beteiligten sich nur zu gerne am Schützenfest zum 8:0 Sieg. Als Kreispokasieger 2015 reist die SG Sinsen / Hüls am 19. September zu den Westfalen-Meisterschaften nach Iserlohn.